14.03.2007  
     
 
Second Life – das zweite Ich im Internet
 
  Man kann als Nutzer Autos, Kleidung, Dienstleistungen dort zum Kauf anbieten. An manchen Tagen geben die Bewohner in der virtuellen Welt umgerechnet über 1 Millionen US-Dollar aus. Große Firmen wie Adidas, Sony, BMG oder Amazon haben die Chancen dieser Plattform aus dem Internet erkannt. Sie eröffnen dort virtuelle Kaufhäuser. Firmen nutzten die Plattform, um zu testen, ob ihre Produkte bei den größtenteils jungen Nutzern ankommen oder auch als Werbeplattform, wie der deutsche Energieversorger EnBW. Gleichzeitig bieten Firmen wie Corecon Einführungsseminare und Beratungen für Neulinge im "Zweiten Leben" an und stellt ihre virtuellen Räumlichkeiten für andere Unternehmen zur Verfügung. Thorsten Wagner ist bei einer dieser Beratungen dabei, fragt bei EnBW nach und surft mit uns durchs Second Life.

Eine Person in zwei Welten. In einer virtuellen Welt und real. Christina Dicke ist seit vergangenem Sommer in "Second Life" unterwegs, so wie mittlerweile vier Millionen andere weltweit. Die Berlinerin ist 32 Jahre alt und macht gerade ihren Doktor in Psychologie. Bis zu einer Stunde verbringt sie täglich in der Virtualität, zahlen muss sie dafür nichts: "Mein Account ist momentan kostenlos. Man kann sich auch einen Account nehmen, der dann was kostet. Dann kann man zum Beispiel Land kaufen. Aber im Moment kommt das für mich nicht in Frage und deswegen reicht mir der kostenlose Account."

Grundstücke kaufen oder auch ganze Inseln – das ist für mindestens 6 Euro im Monat möglich. Über die Kreditkarte kann man reales Geld in virtuelles Geld tauschen – den Lindendollar. Je nach Kurs erhält man für einen Euro circa 300 Lindendollar. Mercedes-Benz kaufte, wie viele andere Firmen, eine ganze Insel. Der Autohersteller präsentiert dort neue Modelle. Autos können die Nutzer aber auch selber bauen. "Scripten" nennen die Second Life-Nutzer die Herstellung von künstlichen Objekten. Ob Roboter oder Gesellschaftsspiel - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, erklärt uns Christina Dicke: "Ich habe gerade mit einem Freund gesprochen, der sagt, im Moment verdient er ungefähr 10 Euro die Stunde mit Scripten, das heißt, die stellen auf Anfrage Kleidungsstücke her oder Möbel. Und er hat mir gesagt, er strebt an, mit seinen Freunden mal 4000 Euro im Monat zu verdienen."

Viele Unternehmen probieren ebenfalls, ihre Angebote in der virtuellen Welt zu vermarkten. Die Berliner Firma Corecon bietet Seminare an, und die Teilnehmer sind virtuell zugeschaltet. Der Seminarleiter Sebastian Küpers hält einen Vortrag für Nutzer, die in "Second Life" bauen wollen. Aber auch Unternehmer überzeugen sich auf diese Weise von den Argumenten, in die künstliche Welt einzutreten. "Es gibt zwei Gründe. Ein Grund ist, dass Firmen sich in dem virtuellen Raum unwahrscheinlich interessant selbst inszenieren und darstellen können. Und der zweite Grund ist, dass sie mit Second Life ein Medium gefunden haben, in dem sich ihre Kunden freiwillig aufhalten und somit empfänglich für ihre Botschaften sind." sagt Sebastian Küpers, Berater und virtueller Architekt bei Pixelpark.

Gründe, die auch Deutschlands drittgrößtes Energieversorgungsunternehmen EnBW aus Baden-Württemberg überzeugt haben. Der Marketingchef Markus Schröder hat den Auftritt in die virtuelle Welt vorangetrieben und hat sich das auch was kosten lassen: "Zu den genauen Kosten können wir natürlich aus Wettbewerbsgründen keine Auskünfte geben. Aber nur so viel: gemessen an der Reaktion und an der ganzen Interaktivität und an dem Lernen, was wir hatten, war es eine sehr sinnvolle Investition."

EnBW hat in "Second Life" eine virtuelle Werbekampagne durchgeführt. Das Unternehmen hat damit mehr als 15.000 Nutzer erreicht sagt uns Markus Schröder, Bereichsvorstand Marketing von EnBW: "Also hier beispielsweise auf der linken Seite konnte man sich ein kostenloses Trikot-Set herunterladen – mit Trikot und Hose. Und auf der rechten Seite konnte man sich den entsprechenden Rucksack herunterholen, mit dem man dann als Promoter in Second Life unterwegs sein konnte und Trikots verteilen konnte."

Pro verteiltem Trikot bekamen die Nutzer 10 Lindendollar – das sind etwa 3 Cent in Euro. Geld, mit dem sich Christina Dicke nicht ihre Wünsche in "Second Life" erfüllen kann: "Also ich hoffe, dass irgendwann mal ein Stückchen Land kaufen kann – für meine Freunde und mich. Und wir uns dann regelmäßig treffen können, weil es im Moment schwierig ist, mit allen Leuten Kontakt zu halten, weil wir eben in der Welt verstreut sind und die Zeitverschiebung ist da manchmal ein bisschen schwierig. Das wäre schon schön, also ein Raum, in dem wir uns treffen können."

Bis dahin surft sie weiter durch die virtuelle Welt. Auf der Suche nach einer bezahlbaren Trauminsel.

 
 
 
Made in Germany: Second Life
 
 
MIG 14.03.2007, 14:20 # 0 Kommentare
 
 
     
  14.03.2007  
     
 
Kaspersky Lab – Die russischen Virenjäger
 
  Zu den Kunden von Kaspersky zählen u.a. die Kremlverwaltung, der Deutsche Bundestag, Airbus oder BBC. Ihre Datenbanken werden von Virenscannern "Made in Russia" geschützt. Darius Cierpialkowski geht mit dem Chef und Gründer Jewgenij Kaspersky durch sein Unternehmen und bekommt einen exklusiven Einblick in die Welt der russischen Virenjäger. Eigentlich ist Kaspersky Lab dafür bekannt, sich nach außen perfekt abzuschotten, um ja keine Firmengeheimnisse preiszugeben.  
 
 
Made in Germany: Kaspersky
 
 
MIG 14.03.2007, 14:18 # 0 Kommentare
 
 
     
  14.03.2007  
     
 
Studiogast – Klaus Deutsch, Deutsche Bank Research
 
  DW-TV: Softwarefirmen, Computerfirmen – sie alle haben Grund zu Optimismus auf der diesjährigen CeBit. Klaus Deutsch von Deutsche Bank Research, schauen wir gleich an, wie es mit dem Optimismus auf den wichtigsten Märkten weltweit bestellt ist. Hier kommt der DBIX. Der Index wird jeden Monat neu für uns berechnet - von Deutsche Bank Research. Er bündelt die wichtigsten Konjunkturdaten aus Deutschland, den USA und Japan. Die deutschen Daten sammelt das renommierte Münchner Ifo-Institut. Es fragt jeden Monat die Stimmung bei Tausenden Unternehmern ab. In den USA werden 400 Einkaufsmanager nach ihren Erwartungen befragt. Und in Tokio sammelt das Wirtschaftsforschungsinstitut ESRI die wichtigsten Daten.

Der aktuelle DBIX ist nach einem Durchhänger jetzt doch wieder auf dem Weg nach oben. Frage an Klaus Deutsch: Welche Rolle spielt Deutschland dabei?

Klaus Deutsch: Deutschland ist derzeit das Land auf der Welt, wo der Optimismus am weitesten verbreitet ist, aber die Amerikaner schließen wieder ein wenig auf. Dort war das letzte Jahr nicht so richtig gut gelaufen, aber mittlerweile werden die Einkaufsmanager dort auch wieder etwas optimistischer.

DW-TV: Gucken wir nach Deutschland – wer genau ist optimistisch?

Klaus Deutsch: Die Unternehmen haben drei Jahre mit sehr guten Gewinnen hinter sich, und sie investieren weiterhin sehr fleißig, weil die Weltwirtschaft insgesamt sich immer noch in einer robusten Entwicklung befindet und die deutschen Kostenstrukturen sehr gut sind, so dass sich dort sehr viel tut. Bisher ist noch nicht so viel bei den Verbrauchern angekommen.

DW-TV: Ja, die Bevölkerung, das ist die Frage: Wann gehen die Jubelschreie endlich auch bei den Verbrauchern los?

Klaus Deutsch: Na, das wird sicherlich noch einige Zeit dauern. Wir haben jetzt letztes Jahr einen Rückgang der Arbeitslosigkeit erlebt, und, wenn’s gut läuft, wird das dieses Jahr noch einmal geschehen. Und wenn man zwei, drei Jahre einer guten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hat und sich möglicherweise auch etwas an der Einkommenssituation tut, dann würden auch die Verbraucher langsam wieder optimistischer werden. Aber sie haben fünf, sechs schlechte Jahre hinter sich, und das muss erst einmal überwunden werden.

DW-TV: Steigt nicht die Stimmung auch wirklich erst dann, wenn ich selber mehr Geld im Portemonnaie habe, oder wenn mein Nachbar, jetzt im übertragenen Sinne, wieder einen Job hat - also wenn es greifbar wird, der Aufschwung?

Klaus Deutsch: Das halte ich für sehr wichtig. Die Nachrichtenlage ist das eine, aber die Menschen müssen natürlich konkret erfahren, dass es für sie besser wird, und dürfen sich auch nicht mehr so viele Sorgen um die Zukunft ihrer Arbeitsplätze machen, wie das in den letzten Jahren der Fall war.

Interview: Katrin Prüfig

 
 
 
Made in Germany: Studiogast
 
 
MIG 14.03.2007, 14:16 # 0 Kommentare
 
 
     
  14.03.2007  
     
 
Indonesien – Mikroversicherungen für wenige Cent im Monat
 
 
Die Allianz bietet in Kooperation mit der GTZ in einem Pilotprojekt Mikroversicherungen in Indonesien an. Für einen Beitrag von wenigen Cent im Monat können sich Arme gegen Lebensrisiken versichern. In Indonesien sind Versicherungen eher unbekannt. Die Allianz leistet hier Pionierarbeit, auch, um sich langfristig einen Zukunftsmarkt zu sichern. Danijel Visevic hat Mitarbeiter der Allianz in der Nähe von Djakarta begleitet.

 
 
 
Made in Germany: Indonesien
 
 
MIG 14.03.2007, 14:15 # 0 Kommentare
 
 
     
  14.03.2007  
     
 
Kirsten Hirschmann – Die Wirtschaftsjuniorin
 
 
Die Tochter vom Chef – branchenfremd und unerfahren – leitete mit einem Mal den mittelständischen Laborgerätehersteller, der Glasgeräte in mehr als 100 Länder vertreibt. Viele der rund 110 Mitarbeiter begegneten ihr zunächst mit Skepsis. Doch die gelernte Bankkauffrau und ausgebildete Betriebswirtin setzte sich durch. Mit Erfolg: Umsatz und Mitarbeiterzahlen sind gestiegen.

Seit kurzem gibt es sogar eine kleine Tochtergesellschaft in den USA. Das verdankt die Firma dem Engagement und Führungsstil der 38-Jährigen und nicht zuletzt ihren guten Kontakten zu anderen jungen Führungskräften. Seit Anfang des Jahres ist Hirschmann Bundesvorsitzende der Wirtschaftsjunioren. Hinter ihr stehen 10.000 junge Führungskräfte aus allen Bereichen der deutschen Wirtschaft. Ein Porträt von Georg Matthes.


 
 
 
Made in Germany: Hirschmann
 
 
MIG 14.03.2007, 14:14 # 0 Kommentare