
| 02.03.2009 |
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| "Planst du schon deine nächste Reise?" – "Ja, zum Nordpol." - "Ach so, zum Nordpol!?" Die Miene meines Gegenüber verrät mir den unausgesprochenen Satz: "Aber sonst geht es dir noch gut?" Wenn ich dann noch erzähle, dass wir die letzten etwa 120 Kilometer zum Pol mit Skiern, unseren Schlitten hinter uns her ziehend, zurücklegen, höre ich meist: "Das klingt aber spannend." Was übersetzt so viel heißt wie: "Jetzt bist du wohl völlig übergeschnappt." Nicht mehr als ein kleiner Rettungsring ![]() Harte Männer ... Das dachten wohl auch einige Spaziergänger am Rhein, die mich mitten im Winter beim Joggen im Schnee beobachteten. Dabei ist doch klar: Schwitzen gehört dazu. "Abenteuer ist eine von der richtigen Seite betrachtete Strapaze", schrieb einst der britische Journalist und Schriftsteller Gilbert Keith Chesterton. Ironischerweise trug der Schöpfer der "Pater Brown"-Kriminalgeschichten 134 Kilogramm durch die Gegend. Seine Wampe war legendär. Mehr als einen kleinen "Rettungsring" um die Taille, der mir mit Mitte 40 zusteht, will ich nicht zum Nordpol schleppen. Gedanken eines sporadisch Verrückten? Nach mehreren Reisen zu den höchsten Bergen der Welt im Himalaya und Karakorum zieht es mich jetzt also ins Eis. Heute in genau einem Monat werde ich nach Spitzbergen aufbrechen, wo sich unser Expeditionsteam trifft. Bis dahin will ich an dieser Stelle nicht nur über die Vorbereitungen auf das Abenteuer berichten, sondern auch über interessante Themen rund um den Nordpol und die Arktis, eine der faszinierendsten, aber auch meist bedrohten Naturlandschaften der Erde. Wie lange werden "Aber sonst geht es dir noch gut?"-Menschen wie ich überhaupt noch dort über eine geschlossene Eisdecke marschieren können? Es werden in den nächsten Wochen an dieser Stelle auch echte Arktisexperten zu Wort kommen. Damit es am Ende nicht heißt: das waren doch nur die Gedanken eines sporadisch oder vielleicht sogar chronisch Verrückten. Wie einst Symmes ![]() ...tun nur so, als ob. Apropos: Anfang des 19. Jahrhunderts füllte ein US-Amerikaner namens John Cleve Symmes die Vortragssäle. Symmes behauptete, der Nordpol sei, genau wie der Südpol, ein Loch, durch das man ins Erdinnere gelangen könne. Man brauche nur mit einem Schiff zum Pol zu fahren und sich von der Strömung in die hohle Erde hineinziehen zu lassen. Es wurde auch tatsächlich eine Expedition auf die Beine gestellt, um die Theorie zu überprüfen. Sie scheiterte jedoch, weil die Besatzung meuterte. Sollte es immer noch jemanden geben, der sich nach meinen Beweggründen für diese Reise fragt, hier die Theorie, die ich nach bestem Wissen und Gewissen nachzuprüfen verspreche (vorausgesetzt die Mannschaft meutert nicht): Am Nordpol gibt es ein geomagnetisches "Schwarzes Loch", das auf die Hirnströme einwirkt und alle Wünsche verschluckt. Daher die Redensart: "Ich bin Wunschloch-glücklich!" Aber sonst geht es mir noch gut. |
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