09.07.2010  
     
 
Cape by bike
 
  "Alles, was man mit dem Auto macht, kann man auch mit dem Fahrrad erreichen." Das ist die Grundeinstellung von Andreas Schönbach. Der 52-jährige Deutsche ist vor einigen Jahren nach Kapstadt ausgewandert. Dort ist er Mitbegründer der neuen südafrikanischen Fahrrad-Tourismus-Branche: Per bike geht es nicht nur durch die Innenstadt Kapstadts, sondern auch zum Kap der guten Hoffnung, in die Townships und auf Safari. "Bis jetzt musste noch keine Gruppe wild strampelnd vor den Löwen flüchten", sagt er lachend. "Dafür haben wir immer einen Ranger dabei."




Wer mit dem Fahrrad in Kapstadt unterwegs ist, erregt immer noch Aufmerksamkeit. Leicht verwundert schauen einem Passanten nach: "Haben Sie kein Geld für ein Auto?"

"Das Fahrrad ist für Südafrikaner einfach kein klassische Fortbewegungsmittel", erklärt Radführer Tony. "Die Leute fahren mit dem Auto, und wer sich kein Auto leisten kann, geht zu Fuß." Dementsprechend vorsichtig muss man als Radfahrer in Kapstadt sein: Autofahrer sind nicht auf entgegenkommende Radfahrer eingestellt, schnell wird man übersehen.




Um dem entgegenzuwirken, hat sich Kapstadt ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Insgesamt 250 Kilometer Fahrradwege sollen in der Kapregion in den nächsten Jahren gebaut werden. Gut 50 Kilometer gibt es schon. Das macht sich auch in der Innenstadt bemerkbar: Eigens eingerichtete Fahrrad-Ampeln, rot gepflasterte Wege - durch die Weltmeisterschaft präsentiert sich Kapstadt wesentlich Radfahrer-freundlicher als vorher.




"Wir wollen den Verkehr in der Kapregion zunehmend umweltfreundlich gestalten", erklärt Steven Granger von der Stadt Cape Town. "Aber bis auch Südafrikaner das Fahrrad benutzen, ist es sicher noch ein weiter Weg."

Leichter in der Akzeptanz der Bevölkerung haben es da die neuen Linienbusse: Ob vom Flughafen oder im innerstädtischen Verkehr - nagelneue Busse zirkulieren durch die Stadt, das Ticket kostet weniger als einen Euro. An den Bushaltestellen stehen mehr Sicherheitskräfte als Fahrgäste. Nur eine Branche freut sich nicht über den verstärkten öffentlichen Nahverkehr: die Taxifahrer.
 
 
 
Anna Kuhn-Osius 09.07.2010, 18:03 # 0 Kommentare
0 Trackbacks
 
 
     
0 Kommentare

Name
E-Mail
Home
Kommentar
Home Deutsche Welle